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Humanist, Philosoph, Philanthrop

„Wir müssen Brücken zueinander bauen, 
wenn wir in dieser wahnsinnigen Welt Aussicht auf Rettung haben wollen.” 
(Sir Peter Ustinov)

Sir Peter als neu ernannter UNICEF-Botschafter im Jahr 1969 (Foto: picture-alliance)

Sir Peter als neu ernannter UNICEF-Botschafter im Jahr 1969 (Foto: picture-alliance)

Wie kaum ein anderer ist Sir Peter prädestiniert für die Rolle eines Brückenbaumeisters; aufgrund seiner eigenen multikulturellen Familiengeschichte und wegen seiner offenen und optimistischen Sicht der Dinge. Der Humanismus – das ist für Sir Peter stets ganz klar – ist ein Schlüssel zu einer gerechteren Welt. Jeder Mensch, jedes Kind, egal auf welchem Kontinent und in welchem Land der Erde es geboren wird, hat ein Recht auf Chancengleichheit, wenn es um die eigene Zukunft geht. Es hat ein Recht auf Bildung und damit ein Recht auf die Möglichkeit, sich und seine Familie später selbst ernähren und ein Leben in Würde führen zu können.

Sir Peter hat nie aufgehört, auf diese Notwendigkeiten hinzuweisen. Noch im hohen Alter und bereits krank im Rollstuhl sitzend, lässt er sich immer wieder zu öffentlichen Auftritten bringen, um seinem Anliegen Gehör zu verschaffen und um für die zu sprechen, denen sonst niemand zuhört.

Planet Ustinov

Neben den Künsten treiben noch andere wichtige Dinge Sir Peter an, und ihnen widmet er sich mit besonderer Hingabe: Seit 1968 ist er als engagierter UNICEF-Botschafter für das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen unterwegs, um für humanitäre Hilfe zur Verbesserung der Lebensumstände für Kinder weltweit zu werben. Er nutzt dafür seine Popularität und tritt unermüdlich für die gute Sache auf und ein. Wie immer in seinem Leben verrichtet er auch hier hervorragende Arbeit: Die Menschen erinnern sich an sein Anliegen und erkennen ihn als „Mr. UNICEF”, sobald er in Erscheinung tritt.

Auf seinen vielen Reisen als Botschafter der UNICEF stößt Sir Peter immer wieder auf Situationen, in denen schnelle und konkrete Hilfe vonnöten ist. Um solche Hilfsprojekte gezielt in Angriff nehmen zu können, ruft er 1999 seine eigene Stiftung ins Leben. Der Fahrplan ist klar definiert: Ziel ist die Verbesserung der sozialen, gesundheitlichen, geistigen und seelischen Bedingungen für Kinder und Jugendliche auf der ganzen Welt.

Und Sir Peter geht noch einen Schritt weiter: Er macht das Vorurteil als „womöglich größten Schurken in der Geschichte von uns Menschen” aus.

Also bemüht er sich um den Aufbau eines internationalen Universitätsnetzwerks zur Erforschung von Vorurteilen: Kinder kommen ohne Vorurteile zur Welt – wo kommen diese dann her? Wie entstehen sie? Was können Vorurteile auslösen, sowohl in der Gesellschaft als auch in jedem einzelnen von uns?

Um diesem Phänomen nun wirklich auf die Schliche zu kommen, soll nach dem Willen von Sir Peter und seinen Mitstreitern Vorurteilsforschung als Studienfach etabliert werden – an möglichst vielen Universitäten und in möglichst vielen Ländern. Bislang existieren zwei Universitätsinstitute: an der Universität Wien und an der Universität in Durham/England, wo Sir Peter über 10 Jahre lang Kanzler war. Wissenschaftler unterschiedlicher Couleur arbeiten an einem interdisziplinären Ansatz zur Vorurteilsforschung. Am Ende sollen die Vorurteilsinstitute die kulturellen Differenzen an vielen Plätzen der Erde in den Fokus nehmen und zu einer gemeinsamen Perspektive finden.

Im Jahr 2003 erscheint Sir Peters letztes Buch, das sich eben diesem Thema widmet: In „Achtung! Vorurteile” rückt er allen Formen von Vorurteilen, wie sie ihm in seinem Leben auf irgendeine Weise begegnet sind, zu Leibe und sagt über dieses Werk: „Mehr als die meisten anderen Künste, in denen ich mich in meinem Leben versucht habe, ist dieses Buch über Vorurteile mein Vermächtnis.”

Denn auch an einem stets regen Menschen wie Sir Peter geht die Zeit nicht spurlos vorbei. Längere Zeit schon von Krankheit geplagt, jedoch bis zum Schluss voll Lebensfreude, verstirbt Sir Peter Ustinov am 28. März 2004 im Alter von 82 Jahren.

Doch bleibt er uns für immer lebendig: Durch seine Filme, seine Bücher und vor allem durch seine vorbildliche Einstellung zu den Dingen des Lebens, die es zu bewahren und weiterzutragen gilt, als Erbe eines wahrhaft großen Mannes und Menschenfreundes.

Petra Roth

ehemalige Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt am Main

"Sir Peter Ustinov war aber nicht nur ein außergewöhnlicher Künstler, sondern auch unvergleichlicher Humanist. Als UNICEF-Botschafter setzte er sich mit Leidenschaft und ansteckender Zuversicht für die Kinder aus aller Welt ein und kämpfte für deren Recht auf Bildung und damit Chancengleichheit. Er ist für mich und viele Menschen ein großes Vorbild. Die Erinnerung an ihn lebt in seinen Filmen, Büchern und in seiner Stiftung fort."

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