Die Überwindung körperlicher Unterschiede im Tanz
Die Stücke von "DIN A 13" bringen Vorurteile auf die Bühne und verändern die Sehgewohnheiten
Tanz gegen Vorurteile (Choreografie: Gerda König; Foto: James Mweu)
Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Einschränkung haben es oft nicht leicht, Anschluss an Gleichaltrige zu finden. Sie sehen anders aus, bewegen sich anders und können manche Dinge nicht, die für andere Mädchen und Jungen selbstverständlich sind. Neben den Hindernissen, die durch die körperliche Einschränkung entstehen, verhindern auch Vorurteile eine Integration behinderter Kinder. Oft werden sie für weitaus hilfloser gehalten, als sie es tatsächlich sind. Die Berührungsängste sind auf beiden Seiten groß.
Die Mission der Peter Ustinov Stiftung ist es, allen Kindern Brücken in eine lebenswerte, optimistische Zukunft zu bauen. Wir setzen uns ganz im Sinne unseres Stifters dafür ein, das Vorurteil – als Ursache für Missstände und Konflikte in der Welt – zu bekämpfen und für eine Kultur des gegenseitigen Respekts einzutreten. Wir wollen Kindern in aller Welt helfen, ihre Zukunft selbst zu gestalten. Deshalb kämpfen wir für die Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen. Dafür ist es notwendig, dass alle Mädchen und Jungen die gleichen Bildungschancen erhalten und von anderen ohne Vorurteile wahrgenommen werden.
Die Tanzprojekte der „DIN A 13 tanzcompany“ helfen, Vorurteile und Berührungsängste abzubauen. Zeigen sie doch, dass ein Kind, das auf einen Rollstuhl oder eine Gehhilfe angewiesen ist, mehr kann, als ihm zugetraut wird. Deshalb fördern wir diese Projekte und hoffen dabei auch auf Ihre Unterstützung. Die „DIN A 13 tanzcompany“ wurde 1995 von der Choreographin Gerda König gegründet. Seit 2005 konzipiert sie gemeinsam mit Gustavo Fijalkow internationale Kooperations- und Schulprojekte sowie Festivals. „DIN A 13“ ist eines der besonders erfolgreichen internationalen Tanzensembles, in dem auch Tänzer mit körperlichen Einschränkungen mitwirken. Der künstlerische Ansatz des Ensembles liegt im Herausstellen der andersartigen Bewegungen. Diese faszinieren das Publikum, da sie die Sehgewohnheiten des zeitgenössischen Tanzes durchbrechen und ihm gleichzeitig neue Impulse verleihen.
Die Sir Peter Ustinov Stiftung hat in der Vergangenheit bereits Schulprojekte der „DIN A 13 tanzcompany“ gefördert. Seit 2010 entwickelt das Ensemble ein spezielles Format für Schultanzprojekte, die von der Ustinov Stiftung als eine langfristige Förderpatenschaft bis mindestens 2014 unterstützt werden. Schüler und Schülerinnen aus Regel- und Förderschulen mit und ohne körperliche Einschränkungen bekommen gemeinsam die Möglichkeit, unter Anleitung von zwei Dozenten der „DIN A 13 tanzcompany“ ein eigenes Tanzstück zu entwickeln, das in einer Schulvorstellung aufgeführt wird. Zum Projekt gehört auch ein Theaterbesuch der aktuellen „DIN A 13“-Produktion „Umbruch“. Im Anschluss an die Aufführung haben die Schüler Gelegenheit, sich mit den internationalen Tänzern über die Entstehung des Stückes, kulturelle Hintergründe und die eigenen tänzerischen Erfahrungen im „Mixed-Ability-Ensemble“ auszutauschen.
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Interview
Terrains DéCouverts
Am 11. Juni 2011 wurde beim Crossings Dance Festival im Tanzhaus NRW in Düsseldorf die aktuelle Produktion der DIN A13 tanzcompany „Terrains DéCouverts“ mit jungen, behinderten und nicht-behinderten Tänzern aus dem Senegal aufgeführt (Choreografie: Gerda König & Gitta Roser). Im Publikum saßen über hundert Düsseldorfer Schülerinnen und Schüler zwischen 15 und 17 Jahren. Einige von ihnen waren so begeistert, dass sie sich nach der Aufführung spontan an einem Schultanzprojekt mit DIN A13 beteiligten.
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