Sir Peter Ustinov

(1921-2004)

Sir Peter Ustinov war Weltbürger und ein wahres Multitalent. Er war Künstler und Oscar prämierter Schauspieler, Schriftsteller und Regisseur, Bühnenbildner und Geschichtenerzähler, aber vor allem war er eines: ein Mann alter Schule, ein Humanist, der immer daran geglaubt hat, dass kein Engagement für die gute Sache jemals vergebens ist.

Sein Leben

Sein Leben

Die Überzeugung, dass kein Engagement jemals umsonst ist, hat er Zeit seines Lebens mit Nachdruck in Wort und Tat vertreten hat, unter anderem in über 30 Jahren in seiner Funktion als UNICEF-Sonderbotschafter. Sich seiner Verantwortung bewusst, setzte er seine weltweite Popularität für die gute Sache ein. Er half dort, wo Hilfe am dringendsten gebraucht wird: bei Kindern in Not. Im Denken und Handeln und der eigenen Biographie ganz und gar Kosmopolit engagierte er sich beherzt für eine Gesellschaft der Vielfalt und für eine Kultur des gegenseitigen Respekts. Für eine Kultur, die er stets gefährdet sah von einem heimtückischen Gegner, dem er persönlich den Kampf angesagt hatte: dem Vorurteil. In Aufklärung, Bildung, finanzieller Unterstützung und Förderung sah er die geeigneten Mittel, den Missständen dieser Welt die Stirn bieten zu können. Zu diesem Zweck gründete er im Jahr 1999 seine eigene Stiftung. Sein Plädoyer für gegenseitigen Respekt, seine Wertvorstellungen und sein offenherziger Geist leben fort in der täglichen Arbeit der Peter Ustinov Stiftung, die sein Lebenswerk auch über seinen Tod im Jahr 2004 hinaus fortführt.

 

Seine Filme

Sir Peter Ustinov wird wohl den meisten vor allem als Darsteller in Erinnerung bleiben. Mit bereits 19 Jahren feierte er sein Debüt als Filmschauspieler. Ab den 1940er Jahren wird er auf der Leinwand zu sehen sein und es für die nächsten sechs Jahrzehnte bleiben.

                                                                                                                               

Die Darstellung des „Nero“ in „Quo Vadis“ brachte ihm 1951 große Anerkennung und internationalen Erfolg ein. In dem Komödienklassiker „Wir sind keine Engel“ (1955) ist eran der Seite von Humphrey Bogart zu sehen. In der Rolle des Sklavenhändlers „Lentulus Batius“ im Monumentalfilm „Spartacus“ (1959) gewinnt er den Oscar als besterNebendarsteller. Einen weiteren Oscar erhält er keine fünf Jahre später für seine Rolle des Arthur Simpson in der Thriller-Komödie „Topkapi“ (1964), bei der er einmal mehr den für ihn so typischen, augenzwinkernden Humor unter Beweis stellen kann, der sein Markenzeichen werden sollte. Er spielte in zahlreichen Fernsehproduktionen mit, gewann dreimal einen Emmy als besterHauptdarsteller. In den Verfilmungen von Agatha Christies Romanen ist er in der Rolle des Hercule Poirot zu sehen - eine Rolle, die ihm wie auf den Leib geschneidert war. Als belgischer Meisterdetektiv überzeugte er das Kinopublikum gleich mehrere Male, etwa in "Das Böse unter der Sonne" (1981), "Mord à la carte", "Tödliche Parties", "Mord mit verteilten Rollen" oder "Rendezvous mit einer Leiche". Aber vor allem brilliert er in „Tod aufdem Nil“ (1978). 1992 ist er in „Lorenzos Öl“ an der Seite von Susan Sarandon und Nick Nolte zu sehen. Seine Karriere beim Film beläuft sich fast 100 Spielfilme, angesiedelt in sämtlichen Genres. Er selbst hielt „Verdammte der Meere“ (1962) nach einer Kurzgeschichte von Hermann Melville (Moby-Dick) für sein bestes Werk und 2003 erscheint mit „Luther“ der letzte Film mit Sir Peter Ustinov.

Seine Werke

Seine Werke
und Auszeichnungen

Seinen ersten Theater-Auftritt hatte Peter Ustinov im Alter von 17 Jahren im Stück „Der Waldschrat“. Seit Ende der 1930er Jahre folgten mehrere Theaterengagements. Mit „House of Regrets“ wird 1942 eines seiner eigenen Stücke uraufgeführt. Nach dem zweiten Weltkrieg entstehen zahlreiche Theaterproduktionen. „Die Liebe der vier Obersten“ wird über Jahre hinweg mit großem Erfolg auf der ganzen Welt gespielt. Mitte der 1950er Jahre parodiert er mit dem Stück „Romanoff und Julia“ den Ost-West-Konflikt, was1958 zwei Nominierungen für den Tony Award einbringt. Ustinov brillierte ab den 1960er Jahren als Darsteller und gilt für Jahrzehnte als Garant für schauspielerische Höchstleistungen. Zugleich profilierte er sich als Opernregisseur.

Viele von Ustinovs Theaterstücken bildeten die Grundlage für Fernsehproduktionen. Er nahm Schallplatten auf, amüsierte als Entertainer und Imitator, moderierte TV-Dokumentationen und schrieb über 31 Bücher, darunter Romane, Kurzgeschichtenbände, Reiseberichte und ein Kochbuch. Er wurde mit zahlreichen Preisen für seine künstlerischen Leistungen geehrt.1972 mit dem "Spezialpreis der Berlinale und 1985 mit dem "Ordre des Arts et des Lettres". 1994 erhielt er den "Deutschen Kulturpreis" und den "Bambi". 1997 kam der "DIVA-Award" hinzu und 1998 sogar das Bundesverdienstkreuz. 1990 wurde er durch Queen Elisabeth II zum Ritter geschlagen. 2001 zeichnete man Peter Ustinovs Lebenswerk mit der "Goldenen Kamera" und dem "Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse" aus.

Szenen seines Schaffens